#1 Stoned Hand of Doom von Katrin 29.05.2007 03:21

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So, nun komm ich endlich dazu einen Lagebericht abzustatten.

Zur Opening Party am Freitag Abend habe ich leider, leider, leider nicht viel zu sagen, denn die haben wir verpasst wofür ich mich immer noch in den Arsch beißen könnte, denn darauf Mydriasi wieder live zu sehen habe ich mich nun über ein Jahr gefreut
Einziger Trost war es Fabio am nächsten Tag zu treffen, der mir erzählte, dass sehr wenig Leute da waren und der Auftritt nicht der beste gewesen sei ... ist trotzdem nur ein schwacher Trost, so wie ich gefragt habe, wusste er ganz genau, dass ich ihn umgebracht hätte, hätte er behauptet es sei einer ihrer besten Auftritte gewesen und ich hätte echt was verpasst
Grund für das Zu Spät kommen war zum einen, dass wir Donnerstag Nacht zu spät losgekommen sind. War einfach Ultra stressig, ich hab bis halb zehn gearbeitet und musste im Anschluss noch heimkommen, essen, duschen, packen etc., nun ja: und Claus kam erst um drei vom Doomraiser/Solace Konzert aus Nürnberg zurück ... aus dem geplanten Start um drei wurde also ein Start um fünf ... dazu kamen dann auf der Fahrt eine Stunde Stau in Mailand und drei Stunden Stau in Florenz, Vollsperrung auf der Autobahn wegen Unfall. So drei Stunden bei 30°C mitten auf der Autobahn zu stehen is halt echt kein Spass ... WIR hatten ja zum Glück eine Klimaanlage im Auto und Nadine hat zu meiner Unterhaltung Drone Doom Performances zum besten gegeben, was sich wirklich keiner entgehen lassen sollte, der die Möglichkeit dazu hat
Lange Rede und so weiter: um 11 waren wir dann in Rom um 12 geduscht im Hotel und das Konzert vorbei.

Dafür war der Samstag echt der Killer!!! Nach dem Ausschlafen und einer kleinen Besichtigungstour gings los.
Das Festival fand diesmal nicht mehr in einem besetzen Haus statt, sondern in einem kleinen, aber sehr feinen Club ein Stück außerhalb des Zentrums, sehr schöne Lokation, mit ganz eigenem Charme, auch wenn die Autobahn direkt daran vorbei führt (nun ja, in der Erinnerung verklärt man dann doch so manches ). Super guter Wein, seeehr gute Pizza.
Da waren so circa 250 bis 300 Leute und die Bandauswahl war einfach gigantisch.
Zippo habe ich verpasst, kann also nicht viel dazu sagen, danach war echt jede Band Pflichtprogramm.

KILL THE EASTER RABBIT: aus Neapel kannte ich nur von ihrem Demo, das ich sehr gut fand, das sich aber auf den ersten Hörer von den tausend anderen Sludge Bands nicht sehr unterscheidet, dieser Eindruck hat sich nach dem Liveauftritt jedoch total verändert.
Die Jungs spielen sehr rockig, sehr authentisch und das kam auch rüber. Entsprechend der jeweiligen Stimmung und Rhythmik arbeitet die Bands mit zwei Sängern am Mikro, (neben Lorenzo, hat auch der Bassist Emanuele einige Sangesparts übernommen) wodurch die Musik auch eine emotionale Ebene erlangt. Beide sind wirklich gut, die eine Stimme eher rauh und räudig, aber trotzdem melodiös mit großem Tonumfang, die andere erinnerte mich sehr stark an Danzig. Kill the Easter Rabbit haben mich also voll und ganz begeistert und ich bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung der Band ... die Jungs sind ja auch noch sehr jung und haben auf jeden Fall großes Potential

GLOW: sehr professioneller Auftritt, alles sauber, perfekt und ohne Fehler. Habe keinen Kritikpunkt anzumelden, leider wollte aber auch die Begeisterung nicht so recht überspringen, irgendwie hat das "Herz" gefehlt.

DOOMRAISER: haben einfach alles getoppt, es war der beste Auftritt der Jungs, den ich bisher gesehen habe. Alle waren in Top Form, Hochstimmung und hatten natürlich schon von vorneherein das Publikum auf ihrer Seite. Ich habe selten eine Band mit so viel Herzblut und Leidenschaft spielen sehen, wie Doomraiser an diesem Abend und genau dieser Funke ging auch sofort aufs Publikum über.

SOLACE: Gingen richtig gut ab, auch das Publikum, viel kann ich hier aber nicht dazu schreiben.

COLOUR HAZE: Eine wunderschöne "Verschnaufpause" vor Orange Goblin. Für mich auf jeden Fall einer der Festival Höhepunkte. Total innerliche Musik, die wie ein Klankteppich den Raum füllte, dazu psychedelische Projektionen von Mustern und Farbstrukturen, die die Stimmung noch unterstrichen. Die Band kam wahnsinnig gut an beim Publikum, das sich andächtig wiegend und mucksmäuschenstill da stand (und das mag bei Italienern was heißen) und die Musik genoss.

ORANGE GOBLIN: Hormonstoss für alle Mädels garantiert, aber das war ja sowieso klar Haben viele alte Hits gespielt, aber auch sehr viel Material von der neuen Platte. Hat mir live seeehr gut gefallen und mich 100% überzeugt, werde ihr also noch eine Chance geben vielleicht habe ich sie mir zuvor einfach in der falschen Stimmung angehört.
Das Publikum ist hammermäßig abgegangen und es gab Schrammen und verstauchte Gelenke, Rücken und Knie auf fast allen Seiten, was aber der Euphorie keinen Abbruch tat ... sondern eher das Gegenteil bewirkte.
Ben war stimmlich nicht ganz auf der Höhe, was aber nicht negativ auffiel, er hat das durch seine Bühnenpräsenz tausendmal wett gemacht, so dass der Auftritt einfach nur überzeugt hat.

Alles in allem ein wundervolles Festival und das nächste Jahr ist schon fest im Terminkalender verbucht. Großartige Musik, wundervolle Atmosphäre, wunderschöne Begegnungen und Gespräche.
Der Sonntag war dann noch ein sehr schöner Ausklang, wir waren alle zusammen in Essen in einer kleinen Tratoria. BJ hat mit dem Koch das Menü festgelegt, nach jedem Gang wurde neu verhandelt und das Essen war einfach fantastisch. Wir saßen dort unter einer Laube zusammen, haben zwei Stunden!!! gegessen und konnten uns noch einmal mit jedem unterhalten, bevor es dann auf den langen Weg nach Hause ging. Auf dem wir dann übrigens nicht im Stau standen, uns dafür aber ohne Karte mitten in der Nacht verfahren haben und fast zwei Stunden gebraucht haben, um die Autobahn wieder zu finden

Auch neben den Bands, die gespielt haben muss man eines sagen: es ist echt krass was da in Italien innerhalb der Doom Szene gerade abgeht ... so viele unterschiedliche und experimentierfreudige junge Bands, die dort gerade entstehen und aktiv sind, sowohl in Mailand, als auch Rom und Neapel. und das Engagement, das BJ und andere für diese Musik investieren.
Aber vor allem berührt mich, wie diese Leidenschaft und Liebe für die Musik zum Ausdruck kommt, man hat hier das Gefühl Menschen zu begegnen mit denen man all dies teilen kann ... hört sich jetzt wohl ziemlich esoterisch an und da wären wir dann auch bei BJs Definition von Doom und dem Eichhörnchen auf dem Baum.

#2 RE: Stoned Hand of Doom von Juliet 29.05.2007 07:08

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scheint ja echt geil gewesen zu sein. neid.

#3 RE: Stoned Hand of Doom von Mirrorhead 29.05.2007 16:26

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Schöner Bericht!

#4 RE: Stoned Hand of Doom von Doomboss 02.06.2007 02:07

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Ja, und ich Depp war n paar Monde zu früh in Rom. DA n Doom Konzert ist ja wohl das Größte!!
Dein Konzertbericht ist ja auch echt fies, sooooo viel Enthusiasmus. Bin völlig neidisch...

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