#1 Lord Vicar - "Fear No Pain" CD Review!!! von Mo)))urner 11.11.2008 17:20

Zitat


LORD VICAR schicken sich an, am Doomthron zu rütteln. Nicht nur dass man sich mit Genregrößen wie Chritus (Count Raven, Saint Vitus, Terra Firma), Peter Inverted (Reverend Bizarre, Orne) oder etwa Gareth Millsted (Centurions Ghost, End of Level Boss) schmückt, auch die 7 Tracks des soeben auf The Church Within Records erschienenen Debüts „Fear No Pain“ lassen über jeden Zweifel erhaben sein. Stolz wird im Booklet die Zugehörigkeit zum C.O.T.D. (u.a. The Gates Of Slumber, Apostle Of Solitude) präsentiert. Warum auch nicht…, zelebrieren Lord Vicar doch traditionellen Doom in Reinform. Wunderbar melodiöse Doomriffs liebkosen mein Ohr, der Bass knarrzt gar wunderschön, die Drums taktieren in angenehm schleppenden Geschwindigkeitsbereichen und Chritus klagender Gesang huldigt dem Daseinsschmerz. Als ich am letzten Samstag in der Rockstation (Halle/S.) verweilte, hatte ich angesichts des Lord Vicarischen Auftritts (und jetzt beim Hören der CD) endlich wieder dieses Gefühl – „It’s fucking Doom and they rock me to the ground!“ Dabei übersieht man auch mit einem genüsslichen Grinsen das verzweifelte Blättern von Chritus in den Songtexten, war es doch (angeblich) der erste Liveauftritt der altgedienten Helden in dieser Formation überhaupt. Die Lorbeeren dafür, dass ich bereits in der glücklichen Lage bin, dieses Sahnestückchen in den Händen zu halten, hat sich der Doom Dealer im Schweiße seines Angesichts redlich verdient. Gerade einmal zwei Tage vor dem Gig kamen die Silberlinge aus dem Presswerk und waren zu dem Zeitpunkt noch so heiß wie backfrische Schrippen. Genauso heiß wallen jetzt die Klänge aus den Boxen und versetzen mich in doomiastisches Entzücken. Sieben mal 10 macht zwar 70, aber auch für Lord Vicar werde ich das Bewertungssystem nicht frisieren.

10/10 DMF-Points



Erscheinungsjahr:

11/2008

Label:

The Church Within Records

Track List:

1. Down the Nails

2. Pillars Under Water

3. Born of a Jackal

4. The Last of the Templars

5. The Spartan

6. A Man Called Horse

7. The Funeral Pyre

Infos & song samples: http://www.myspace.com/lordvicar



Zum Review: Lord Vicar - "Fear No Pain"

#2 RE: Lord Vicar - "Fear No Pain" CD Review!!! von Doom-Dealer 12.11.2008 18:40

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Recht haste !

#3 RE: Lord Vicar - "Fear No Pain" CD Review!!! von Mo)))urner 13.11.2008 07:21

#4 RE: Lord Vicar - "Fear No Pain" CD Review!!! von TheWizard 27.11.2008 17:27

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Hmm...hab mir inzwischen ne explizitere Meinung zum Album gebildet:
Zunächst war ich begeistert. Doom mit dem schönen "Home-Coming-Feeling". Altbekanntes, nichts Weltbewegendes aber so schön und kuschlig dargeboten, dass man sich sofort wohl fühlt.
Allerdings fehlt es dem Album dann doch etwas an "Kick". Nach mehreren Durchläufen wird es zunehmend langweiliger. Sogar so langweilig, dass ich es momentan nur noch zum Schlafen im Zug hör.
Schade.

#5 RE: Lord Vicar - "Fear No Pain" CD Review!!! von Mo)))urner 27.11.2008 17:34

Zitat von TheWizard
Allerdings fehlt es dem Album dann doch etwas an "Kick". Nach mehreren Durchläufen wird es zunehmend langweiliger. Sogar so langweilig, dass ich es momentan nur noch zum Schlafen im Zug hör.
Schade.



Also bei mir läuft die Scheibe immer noch täglich und nicht nur unterwegs...echt!

#6 RE: Lord Vicar - "Fear No Pain" CD Review!!! von Doom-Dealer 08.12.2008 21:13

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Das nenne ich mal ein Live-Review:

http://musicheadquarter.de/v1/konzert-fe...amburg_497.html

Aber genauso wars auch: Foto von Lord Vicar gibt es dann im April zur 2-LP

#7 RE: Lord Vicar - "Fear No Pain" CD Review!!! von BLACKBLOOD 08.12.2008 21:27

ich hätte mir gewüsnscht der Gig in Nbg wäre auch so gewesen ......................

#8 RE: Lord Vicar - "Fear No Pain" CD Review!!! von Doom-Dealer 10.12.2008 20:21

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Ja, es wird dann auf der Tour im April eine Wiedergutmachung geben. Es waren einfach 1-2 Gigs nicht 100 % gut.
Spätestens auf dem Doom Shall Rise, weil ich nicht sicher bin, ob Nürnberg auf der Route liegen wird.
Tour wird sein mit:
Revelation
Lord Vicar
Mirror of Deception
Lord of the Grave

Orte,Länder und Daten dann später
Zur Tour erscheint dann auch die 2-LP von Lord Vicar + Extra, Mirror of Deception Split LP mit Garden of Worm im Januar und Lord of the Grave CD wohl im Februar.

#9 RE: Lord Vicar - "Fear No Pain" CD Review!!! von Doom-Dealer 28.12.2008 17:30

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Review: Powermetal.de

Vor einem Dreivierteljahr gab die internationale Truppe um REVEREND BIZARREs ehemaligen Gitarristen Peter Inverted ihren Einstand mit einer EP, die von den Fans zwar dankbar und erwartungsvoll aufgenommen wurde, aber trotzdem ein wenig Kritik vertragen musste, hatten es die Herren LORD VICAR doch für eine gute Idee gehalten, die legendäre Stimme ihres Sängers Chritus (ex-COUNT RAVEN, SAINT VITUS, TERRA FIRMA) mit einem blechernen Effekt zu verfremden, was dem Hörgenuss doch ein wenig Abbruch tat.

Dieser Mangel wurde dankenswerter Weise ausgemerzt, so dass das erste vollständige Studioalbum im vollen finstren Glanze erstrahlen kann. Wer die zähe, perseverative Marter erwartet, welche Peter mit seiner alten Band oftmals zelebriert hat, wird ein bisschen umdenken müssen, denn LORD VICAR ist ein gutes Stück melodischer, straighter und eingängiger als ein Großteil des REVEREND BIZARRE-Materials. Am ehesten noch vergleichbar mit den ersten drei Stücken des zweiten Albums "II: Crush The Insects". Dazu kommt, wen mag es wundern, eine mächtige COUNT RAVEN- und BLACK SABBATH-Schlagseite, was ja gar nicht anders sein kann, wenn man Chritus so singen lässt, wie ihm die Stimme gewachsen ist.

In Sachen Songmaterial beginnt die Band mit dem zähesten und am stärksten an REVEREND BIZARRE erinnernden Stück 'Down The Nails', dessen Hauptriff klingt als wäre es an eines der Leitmotive aus dem russischen Volksstück 'Ey, Uchnem' entlehnt. 'Pillars Under Water' ist dann ungleich flotter und eingängiger, für C.O.T.D.-Verhältnisse fast schon beschwingt. Hier klingt Chritus' früheres Schaffen mit COUNT RAVEN und SAINT VITUS stärker an als in jedem anderen Stück, und die BLACK SABBATH-Roots könnten offensichtlicher kaum sein. Ein sehr schönes, verträumtes Akustik-Intro leitet dann in die NWoBHM-Doom-Huldigung 'Born Of A Jackal' über, die mit richtig starken Hooklines glänzt und sich so tief ins Hirn eingräbt. Ein rhythmisch-militärischer Drive und leidenschaftlicher Gesang, der das Sehnen des Kreuzritters nach Jerusalem fast greifbar werden lässt, zeichnen 'The Last Of The Templars' aus, bevor 'The Spartan' wieder walzender aber auch sehr schön episch die Einstellung der Männer von den Thermopylen wiedergibt. Auch hier gibt es zum Ende hin eine sehr schöne, ruhige Akustik-Passage, zu der Chritus wirklich gigantisch singt und dabei fast an Johnny Cash erinnert.

Nun bewegen wir uns aufs Ende zu und begegnen im vorletzten Stück 'A Man Called Horse' zunächst einem britischen Adligen, der von amerikanischen Ureinwohnern entführt wird und sich letztlich assimiliert und deren Respekt erlangt. Das Thema wurde 1970 mit Richard Harris in der Hauptrolle verfilmt. Musikalisch geht die Band hier schon fast vom Doom zum etwas flotteren Epic Metal über und hat einen ähnlichen Ansatz wie unlängst THE GATES OF SLUMBER auf ihrem grandiosen "Conqueror"-Album. Doch das großartigste Stück hat sich das Quartett für den Schluss aufgehoben. 'The Funeral Pyre' ist an Epik und Emotionalität wirklich nicht mehr zu überbieten. Über weite Strecken akustisch gehalten kommt die melancholische Atmosphäre voll zur Geltung, welche am Ende von 'The Spartan' bereits anklang. Chritus singt auf sehr ergreifende Weise von der Einsamkeit die ihn ergreift, als er der Geliebten Lebwohl sagen muss, die tot auf dem Scheiterhaufen liegt und darauf wartet zum Himmel zu steigen: "Now the flames are reaching higher and my love has passed through fire..."

Das einzige, was ich im Zusammenhang mit dieser tollen Scheibe bedauerlich finde, ist die Tatsache, dass ich sie erst zu spät bekommen habe, um sie in meiner Liste der Jahresbesten zu berücksichtigen. Sie würde dort sicher einen der vordersten Plätze einnehmen. So bleibt mir dennoch, euch ganz dringend zu empfehlen, mal näheren Kontakt mit dem Schaffen des Herrn Vikar aufzunehmen, denn eine bessere traditionelle Doom-Scheibe gab es im Jahre 2008 nicht. Damit stelle ich LORD VICAR nicht über, aber definitiv auf die gleiche Stufe mit THE GATES OF SLUMBER und MEMORY GARDEN, was für alle drei Bands ausschließlich als Kompliment gemeint ist. Jeder hat seinen eigenen Ansatz und ist dabei der Perfektion beängstigend nahe.

Anspieltipps: Pillars Under Water, The Spartan, The Funeral Pyre

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